Diakonie Mitteldeutschland

Evangelischer Krankenhausverband Mitteldeutschland beriet Zukunft christlicher Unternehmen

Pfr. Dr. Rainer Wettreck, Direktor Paul-Gerhard-Stiftung Wittenberg
3. Mai 2006: Wie konfessionelle Krankenhäuser als marktfähige Unternehmen im zunehmenden Wettbewerbsdruck bestehen können und dabei auch ihre Besonderheit als christliche „Wertbetriebe“ erhalten können, war Gegenstand der Beratungen bei der ersten regulären Mitgliederversammlung des 2005 gegründeten Evangelischen Krankenhausverbandes Mitteldeutschland.

Etwa 50 Führungskräfte christlicher Krankenhäuser aus Medizin, Pflege und Verwaltung, Experten aus Qualitätsmanagement, Personalentwicklung, Seelsorge, Controlling und Marketing waren der Einladung ins Diakoniewerk Halle gefolgt, ebenso Vertreter der Diakonie Mitteldeutschland und Diakoniechef Eberhard Grüneberg und der Thüringer Caritasdirektor Bruno Heller.

Der Evangelische Krankenhausverband in Mitteldeutschland hat sich im letzten Jahr als Fachverband der Diakonie Mitteldeutschland gegründet um vereint konfessionelle Krankenhäuser in Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Nachdem die Zahl der Krankenhäuser und der Betten zwischen 1990 und 1995 bereits deutlich zurückging, wurden in den letzten zehn Jahren in beiden Bundesländern jeweils mehr als 2.000 Betten abgebaut und in Sachsen-Anhalt elf und in Thüringen sieben Krankenhäuser geschlossen oder mit anderen Häusern fusioniert.


Während die Zahl der öffentlichen (und hier meist städtischen) Krankenhäuser rapide sank, entstand das ganz neue Segment der privaten Kliniken, die inzwischen ähnlich wie die konfessionellen Krankenhäuser ein Viertel bis knapp ein Drittel der Versorgungseinrichtungen in Thüringen und Sachsen-Anhalt betreiben.

Professor Alfred Jäger aus Bielefeld entwickelte in einem Impulsreferat zehn Thesen zur notwendigen Transformation der konfessionellen Krankenhäuser und forderte dabei vor allem eine eindeutigere Profilbildung als christliche Unternehmen, ein effektives Controlling und ein hauseigenes Seelsorge-Konzept als Markenzeichen. Am Ende warb der Gesundheitsmanagement-Experte für die Bildung eines evangelischen Krankenhaus-Konzerns in Mitteldeutschland als verbundene wirtschaftliche Kraft mit gemeinsamen strategischen, ethischen und fachlichen Profil-Leitlinien.

 
 
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