Diakonie Mitteldeutschland

13.12.2005 | Pflege heißt vor allem Zuwendung zum Menschen – Diakonie positioniert sich im MDR-Talk


Der Mitteldeutsche Rundfunk widmete sich am Montag, den 12. Dezember, um 22.05 Uhr im „Erfurter Gespräch“ einem Thema, das weithin ebenso Entrüstung wie Ängste auslöst. Die von dem Autoren Markus Breitscheidel im September in seinem Buch „Abgezockt und totgepflegt“ erstmals veröffentlichten Erfahrungen in fünf verschiedenen Pflegeeinrichtungen in Deutschland entwerfen ein Bild von Altenpflege, das fast ausschließlich von Unmenschlichkeit, Fehlverhalten, Entwürdigung, Profitgier und Unprofessionalität geprägt ist. Pflegebedürftige wurden nach seiner Beobachtung aus Unwissenheit, fehlender Zeit oder mit unmoralischem Kalkül falsch oder gar nicht betreut, Mitarbeitende über jedes vernünftige und leistbare Maß hinaus beansprucht. Die Veröffentlichungen sorgten für eine deutliche Medienresonanz.


Im MDR-Fernseh-Talk erklärte Heidrun Schönfeld, Leiterin von zwei Altenpflegeeinrichtungen der Diakonie in Waltershausen (Thüringen): „Wir pflegen nicht nach Minutenschlüssel. Individuelle Zuwendung je nach Hilfebedürftigkeit steht bei uns ganz oben an. Und das vor dem Hintergrund unseres christlichen Menschenbildes, bei dem der Mensch selbst und die Würde des Pflegebedürftigen ganz im Mittelpunkt stehen.

Eingeladen war auch der Vorsitzende des Zukunftsbeirats des größten privaten Pflegeheimbetreibers in Deutschland „pro seniore“, Hajo Hoffmann: „Das Pflegegesetz hätte schon vor Jahren an die veränderten Gegebenheiten angepasst werden müssen.“
Heidrun Schönfeld beschrieb in ihrer Arbeit zum Beispiel im Waltershausener Altenpflegeheim „Sarepta“ einen ganz anderen Alltag, als der, den Markus Breitscheidel erlebte: „Die Würdigung und gesellschaftliche Anerkennung von Mitarbeiterinnen in der Altenpflege fehlt in dieser Diskussion. Wenn negative Beispiele verallgemeinert werden, wird gute und professionelle Pflege negiert und pflegebedürftige Menschen, die sich ohnehin in einer schwierigen Lebenssituation befinden, werden zusätzlich verunsichert.“

Seit zwölf Jahren arbeitet Heidrun Schönfeld in leitenden Positionen in der Altenpflege und engagiert sich nebenher in Thüringer Gremien und Fachbeiräten für eine gute Entwicklung im stetig wachsenden Pflegesektor: „Wir sind stolz auf Fortschritte, die wir in einer Pflegesituation erreichen, das motiviert die Mitarbeiterinnen. Wenn eine Bewohnerin in eine niedrigere Pflegestufe eingestuft werden kann, ist das für uns kein Problem, das mit Angst vor Personalabbau verbunden ist, sondern wir freuen uns über das Mehr an Lebensqualität für den betroffenen Menschen.“

Kontakt zu Heidrun Schönfeld: heidrun.schoenfeld@ws-diakoniewerk.de

 
 
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